Biogas

02.07.2010 Informationen rund um das Thema Biogas aus Gras


Im Rahmen der Regionalen Bioenergieberatung besichtigten rund 20 Interessierte aus der Region am Donnerstagnachmittag, den 24.06.2010 Hof Oegens des Sozialwerkes Wesermarsch. Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Waddens wird aus Biomasse auf besonders innovative und effiziente Weise Energie erzeugt, daher gehört er zu einem von insgesamt 8 Demonstrationsbetrieben in Niedersachsen. Angeboten wird diese Aktion von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem 3N Kompetenzzentrum - Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe.

Um die Zukunft des Sozialwerks, als öffentliche Einrichtung, weiterhin garantieren zu können, musste eine neue Einkommensmöglichkeit geschaffen werden, erläuterte Betriebsleiter Mathias Brandner, der den landwirtschaftlichen Betrieb vorstellte und die Besuchergruppe anschließend über die Biogasanlage führte.

Gleichzeitig wollte man den Sozialtrakt der Angestellten und das Therapiezentrum energetisch sanieren, um die rasant gestiegenen Heizungskosten in den Griff zu bekommen. Die Idee eine Biogasanlage zu bauen, brannte dem engagierten Betriebsleiter dabei schon lange unter den Nägeln. Seit 2004 erzeugt nun eine Biogasanlage mit 185 kW elektr. Leistung mit Hilfe von Nachwachsenden Rohstoffen grünen Strom. Mit der anfallenden Wärme werden die Räumlichkeiten der sozialen Einrichtung ebenso beheizt, wie das neu erbaute Gewächshaus.
Biogasanlagen in Niedersachsen setzten heute als Hauptenergierohstoff vorwiegend Silomais ein, da Mais durch hohe Erträge und hohe Methanausbeuten derzeit die wirtschaftlichste Energiepflanze ist. Dass es auch Alternativen zum Maisanbau gibt, zeigt der Betrieb im Landkreis Wesermarsch. Das Besondere an dieser Biogasanlage ist, dass sie zu 90-95% mit Gras gefüttert wird. So wird in der traditionellen Grünlandregion das knappe Ackerland geschont in der Futterproduktion belassen. Es wird vor allem Gras der letzten Aufwüchse genutzt, dass für die Fütterung der Kühe weniger geeignet ist bzw. nicht benötigt wird. Biogas stellt für den Betrieb damit eine sinnvolle Ergänzung zur Milchviehhaltung dar, die das Einkommen in der Landwirtschaft zu verbessert, ohne eine Konkurrenz zum Qualitätsgrundfutter für die Milcherzeugung zu werden. Allerdings stellt der hohe Grasanteil auch erhöhte Anforderungen an die Anlagentechnik und das Anlagenmanagement, speziell hinsichtlich der Fördertechnik und der Gärbiologie. So musste vor dem reibungslosen Funktionieren der Anlage auch Lehrgeld bezahlt werden. Es gibt noch "eine Reihe von Ideen" die Biogasproduktion weiter zu verbessern, lautet das positive Fazit des Betriebsleiters.
Der hohe Viehbesatz im Weser-Ems-Gebiet bildet zusammen mit einer hohen Biogasanlagendichte mittlerweile Brennpunkte, in denen der Maisanbau in der Fruchtfolge stark dominiert. Die Einbindung von Rohstoffalternative in den Substratmix für Biogasanlagen muss in der Praxis daher weiter ausgebaut werden. Um dieses Ziel zu unterstützen, stellen im Rahmen der Regionalen Bioenergieberatung erfolgreiche Demonstrationsbetriebe in verschiedenen Regionen Niedersachsens ihre alternativen Konzepte vor, erläuterte Alexander Hegger von 3N.
Für weitere Informationen steht Ihnen Alexander Hegger vom 3N - Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe als Ansprechpartner zur Verfügung: www. 3-n.info

Bei Nachdruck Belegexemplar erbeten


Herausgeber:
3N-Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe
Kompaniestraße 1
49757 Werlte
info@3-n.info
v.i.S.d..P. Dr. Rottmann-Meyer
veröffentlicht am 02.07.2010 von:
Christian Ihl,